„Credibility halte ich für einen wichtigen Faktor: Man sollte die Markenwelt glaubwürdig leben und etwas vom Umfeld des eigenen Produkts verstehen.“

Birigt Unger ist bereits seit 10 Jahren Chefredakteurin des Mallorca Exklusiv Verlag.  Nachdem sie immer wieder vor dem Problem stand, gut sitzende Pumps zu finden, gründete sie neben dem Beruf kurzerhand ihr eigenes Trendlabel padsta für innovative Schuhpads, die sie seit September 2017 im Handel erhältlich sind. Um ihr StartUp zu finanzieren, begann sie eine Kampagne auf Kickstarter. Auf der herCAREER erzählte sie im MeetUp „Als Startup auf Kickstarter mit padsta, dem Trendlabel für innovative Schuhpads – Dos and Don’ts“ was man als StartUp bei Kampagnen auf Kickstarter beachten sollte und wie man seinem StartUp von der ersten Idee bis zum Einzug in den Handel zum Erfolg verhilft.

StartUp bei Kampagnen auf Kickstarter

herCAREER: Sie haben über Kickstarter finanziert. Wie begeistert man andere Menschen für seine Idee und mobilisiert Unterstützer?

Unger: Bevor ich das Deluxe Mallorca Magazin 2007 übernahm, hatte ich als Art Director in internationalen Werbeagenturen gearbeitet. Daher fällt es mir leicht, meine Zielgruppe auszumachen, die richtigen Maßnahmen dafür auszuwählen und über tolle Anzeigen, ein Video oder interessante Facebook-Posts für mein Produkt zu werben. Credibility halte ich für einen wichtigen Faktor: Man sollte die Markenwelt glaubwürdig leben und etwas vom Umfeld des eigenen Produkts verstehen. Mit hearts for heels war ich zum ersten Mal auf einer Crowdfunding-Plattform unterwegs. Es ist viel Arbeit, den Content dafür zu erstellen und die Seite über sechs Wochen täglich zu pflegen. Der Gründer profitiert vom Feedback der Community, die bis nach Australien mitdiskutiert oder finanziell unterstützt. Wer selbst nicht aus der Kommunikationsbranche kommt, dem empfehle ich, einen Grafiker oder eine Werbeagentur einzubinden, denn: „Ein gutes Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Allerdings verdanke ich letztlich nicht Kickstarter die Finanzierung, sondern einem Bekannten, der mich mit einem erfahrenen Unternehmer im Bereich Schuhaccessoires zusammenbrachte und letztlich auch als Teilhaber in mein Start-up padsta investierte.

herCAREER: Woher kam die Idee, ein innovatives Schuhpad zu launchen? 

Unger: Der Anlass war eine persönliche Erfahrung: Auf Mallorca im Hochsommer hatte ich mir tolle Pumps gekauft, die ich erst im Dezember zu einem Red-Carpet-Event in Frankfurt wieder anziehen wollte – und hier stellte ich fest, dass – mit Nylons und kalten Füssen – die Schuhe jetzt deutlich zu groß waren. Den ganzen Abend über konnte ich kaum darin gehen – ein Drama. In den Wochen darauf begann ich, über Lösungen für das Problem nachzudenken, versuchte die gängigen Fersenpolster, die man im Drogeriemarkt findet, und fuhr letztlich in den Baumarkt, um nach Material dafür zu sehen. Tatsächlich fand ich einen Werkstoff, den ich zuhause zurechtschnitt – und es funktionierte! Nur sah es nicht gut aus. Wenn man aber ein  weicheres Pendant in einer tollen Farbe wie Pink vielleicht in Herzform bringen könnte, das wäre doch für Frauen ein tolles Produkt und ganz neu. Es gab ja nichts im Handel, das half. Im September kommen hearts for heels jetzt endlich auf den Markt. Die kleinen soften Pads werden vor die Zehen in spitze Schuhe gelegt, wo sie leicht zu große Pumps oder Ballerina auskleiden, damit der Fuß an der Ferse fest im Schuh sitzt. Statistisch gesehen passen nämlich nur 30 Prozent aller Schuhe wirklich. Zu groß sind die individuellen Unterschiede, als dass die Schuhindustrie für jeden genau die richtige Größe bereithalten könnte.

herCAREER: Wie bekommen Sie all Ihre Projekte und das Privatleben unter einen Hut?

Unger: Zeit-Management ist eine Herausforderung, zurzeit arbeite ich an drei Projekten, die alle gleich wichtig sind, da bleibt für Privates oder Freizeitvergnügen wenig Zeit. Das macht aber nichts, wenn man einen Beruf gewählt hat, den man liebt. Meine Tage beginnen derzeit um 6 Uhr morgens und ich arbeite meist bis 22 Uhr. Prioritäten liegen bei Kundenterminen, Messen, Deadlines – da ist Pragmatismus hilfreich. Ziele sollten realistisch gesteckt werden, immer so, dass man alle Zusagen einhalten kann. In einem Start-up verzichtet man eine Weile auf Yoga-Stunden oder Partys, dafür sind kleine berufliche Fortschritte ein lohnender Ausgleich. Und wenn das Produkt erfolgreich im Handel steht, bleibt sicher wieder Zeit für ein Essen mit Freunden. Hoffe ich :)

Auf der herCAREER geht es vor allem um den fachlichen Austausch, der auf den persönlichen Erfahrungen und dem Wissen der Sparringspartnerinnen aufsetzt. Zu welchen Themen können Sie im Vorfeld / auf der Messe / im Nachgang als Austauschpartnerin fungieren – in Schlagworten?

Wir bieten Blogs/Interviews an zu Start-ups oder Innovationen auf unseren Social Media Kanälen mit über 10.000 Followern, mit denen wir junge Unternehmen unterstützen. Als Full-Service-Werbeagentur können wir Unternehmen die Gestaltung einer Werbekampagne in Print oder online, die Produktion eines Video-Clips und Pressetexte anbieten.

Gibt es Themen, zu denen Sie persönlich eine/n Sparringspartner/in suchen und einen fachlichen wie persönlichen Austausch weiterführen möchten? Dann benennen Sie uns Schlagworte für ihre Themen.

Wir freuen uns über jeden Support für padsta, das Start-up für innovative Schuhaccessoires geht gerade mit hearts for heels in den Handel, strips for shoes sind in der Entwicklung. Beide Produkte sollen das Gehen in Schuhen für Damen wie Herren bequemer und über moderne Farben und neue Materialien attraktiver machen.

Wie können oder möchten Sie kontaktiert werden?