Wie folge ich meinen Impulsen und verwirkliche meine beruflichen Träume in einer bisher unbekannten Branche? Aus was wird eigentlich Bier gemacht und wieso denken Männer häufig, dass Frauen kein Bier mögen? Sandra Franz gibt einen Überblick von der Gründung einer Brauerei bis hin zum Quereinstieg in eine neue und vor allem männlich dominierte Branche: was es alles zu beachten gibt, an was man im Leben niemals denken würde und vor allem, wie man Grenzen in dem ein oder anderen Kopf aufbricht. Also Ohren zu und durch!

„Ganz klar: Bauchgefühl! “

herCAREER: Was war Ihr größtes Learning Ihres Quereinstiegs in die Männerdomäne Bierbrauerei?

Franz: Quereinstieg bleibt Quereinstieg. In diesem Fall ist die Tatsache, dass es sich hierbei um eine Männerdomäne handelt, eher nebensächlich. Neues Terrain ist eine Herausforderung und die eigene Komfortzone zu verlassen, eine große Hürde. Wenn man aber erst einmal den Schritt gewagt hat, läuft vieles von ganz allein.
Mein größtes Learning: Geht nicht, gibt ́s nicht! Der eigene Wille kann tatsächlich Berge versetzen und es gibt wirklich Nichts, was man sich nicht selbst beibringen kann. Vor einigen Jahren hatte ich im wahrsten Sinne keine Ahnung von Hopfen und Malz und als ich vor knapp zwei Jahren mein erstes, selbstgebrautes Bier in den Händen halten konnte, war ich mächtig stolz. Nun wusste ich endgültig, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat und es genau das ist, was ich machen will.

herCAREER: Was sollten Frauen sich in jedem Fall bewusst machen, wenn sie in einem männerdominierten Bereich einsteigen? Gibt es den einen wirklich wichtigen Rat?

Franz: Zunächst einmal sollte man grundsätzlich nicht pauschalisieren und es gibt auch kein Patentrezept. Es gibt viele offene und wertschätzende Menschen ganz unabhängig vom Geschlecht. Es gibt aber auch die anderen. Und eben diese haben oftmals eine unterschätzende Haltung gegenüber Frauen und sprechen ihnen zunächst einmal die fachliche Kompetenz oder sogar ihr Wissen ab. Autos, Bier, Maschinenbau, aber tatsächlich auch Gründungen von Unternehmen und Agenturen betrachten Menschen oftmals als männliche Themen. Vor allem, weil es ihnen so beigebracht wurde.
Als ich mich vor vier Jahren mit meiner Eventagentur selbstständig gemacht habe – wohlgemerkt nach fast 15 Jahren Berufserfahrung in diesem Bereich -, wurde vom Bankberater bis zu guten Bekannten stark hinterfragt, wie frau denn Familie und die Leitung eines eigenen Betriebes bewerkstelligen könne. Ich konnte und wollte. Zudem hat mein Mann mich hier immer bestärkt und unterstützt.
So war es für uns klar, dass wir nach neun Jahren Recherche, Aufbauarbeit und letztlich Gründung in Sachen Brauerei diesen Weg nur gemeinsam gehen wollen, als Geschäftsführer und gleichwertige Partner.
Und so lasse ich auch weiter die „Kritiker“ kritisch sein und überzeuge durch Selbstbewusstsein, gute Arbeit, ein wenig Durchzug und mit verdammt gutem Bier.

herCAREER: Kopf- oder Bauchgefühl – auf was sollte ich mehr hören, wenn ich meine Träume verwirklichen möchte?

Franz: Ganz klar: Bauchgefühl! Meist ist der erste Impuls auch der richtige. Sobald der Kopf die vermeintlichen Risiken und Nebenwirkungen ins Spiel bringt, fällt die Leichtigkeit und der Mut erstmal weg. Und prompt landet man wieder bei der Komfortzone und der Angst zu scheitern.
Scheitern wiederum ist nichts Schlimmes und birgt meist große Chancen. Ich persönlich habe aus Fehlern und Niederlagen sehr viel gelernt und bin sowohl beruflich als auch privat dank dieser stetig gewachsen.

herCAREER: Wie können oder möchten Sie kontaktiert werden?

Über die Person

Sandra Franz kündigte ihren Job, gründete eine Event-Agentur, und braut heute außerdem ihr eigenes Bier. Meistens ist der erste Impuls am Ende also auch oft der Richtige.

Dieses MeetUp wird präsentiert von Franzbräu München GmbH und ist Teil der Karriere-MeetUps bei der herCAREER 2019, Ort und Zeitpunkt finden Sie im Programm.