Der Einsatz von Geodaten und regionalisierten Kennziffern ist im Geomarketing ein Grundbaustein und hilft beispielsweise Unternehmen bei einer optimierten Aussteuerung von Marketingaktivitäten oder Standortplanungen. Seit einigen Jahren steigt aber auch in anderen Disziplinen die Nachfrage nach mikrogeographischen Daten, z. B. als Anreicherung an georeferenzierte Umfragedaten oder Kundendaten. Der Beitrag soll die Datenbasis vorstellen und ihren Einsatz anhand von zwei Beispielen, einem aus der Wirtschaft und einem aus der Wissenschaft, verdeutlichen.

„Durch den Einsatz von Geodaten und regionalisierten Kennziffern lassen sich Zielgruppen besser lokalisieren“

herCAREER: Wie hilft der Einsatz von Geodaten und regionalisierten Kennziffern Unternehmen bei einer optimierten Aussteuerung von Marketingaktivitäten und Standortplanungen?

Dr. Barbara  Wawrzyniak: Durch den Einsatz von Geodaten und regionalisierten Kennziffern lassen sich Zielgruppen besser lokalisieren und zielgerichteter ansprechen. Nehmen wir mal ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen verkauft hochpreisige Gartenmöbel. Dann ist es für dieses sinnvoller, seine Marketingaktivitäten auf die potenziellen Kunden zu konzentrieren, die zum einen das notwendige Kleingeld für die Anschaffung dieser Gartenmöbel haben und zum anderen einen Garten haben. Beide Informationen liegen bei uns adressgenau deutschlandweit vor, das heißt, wir können dem Unternehmen diejenigen Adressen von potenziellen von Kunden zur Verfügung stellen, die über ein hohes Einkommen und einen Garten verfügen.

herCAREER: Warum steigt seit einigen Jahren auch in anderen Disziplinen die Nachfrage nach mikrogeographischen Daten?

Dr. Barbara  Wawrzyniak: Während Mikro- und Marktdaten in den vergangenen Jahren überwiegend in der Wirtschaft zur Vertriebssteuerung und Marktanalyse genutzt wurden, nehmen immer mehr Fachbereiche die Vorteile von Gebäudedaten und soziodemographischen Daten auf mikrogeographischen Ebenen wahr. Vor allem in der Wissenschaft regt sich das Interesse für das Potenzial solcher Daten und damit einhergehend der neuen Analysemöglichkeiten. Aber auch öffentliche Einrichtungen erkennen den Zusatznutzen von mikrogeographischen Daten zur Beantwortung von relevanten Fragestellungen, wie z. B. dem Einfluss von Nachbarschaften auf das Pandemiegeschehen.

herCAREER: Wie sieht so eine Datenbasis aus und welche Beispiele gibt es?

Dr. Barbara  Wawrzyniak: Die Basis für die mikrogeographischen Daten bilden amtliche Gebäudedaten, die um Informationen aus anderen Quellen ergänzt werden. Mithilfe etablierter statistischer Verfahren entstehen so rund 700 mikrogeographische Merkmale, die Adresse in Deutschland dahingehend beschreibt; dazu gehören z. B. die Anzahl der Einwohner, die Wohnfläche pro Gebäude, das Haushaltsnettoeinkommen, die Gartengröße usw.

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Über die Person

Studium der Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Familiensoziologie und Methoden der empirischen Sozialforschung sowie der Medien- und Kulturwissenschaften an der Universität Düsseldorf. Promotion an der Universität Duisburg-Essen mit Schwerpunkt Lebensverläufe und Längsschnittanalysen. Vorher tätig als Projektleitung & -koordinatorin an der Universität zu Köln, lokale Datenkoordinatorin für die Universität Bamberg sowie langjährige Tätigkeit im Journalismus und in der Öffentlichkeitsarbeit.

Das MeetUp wird präsentiert von WOMEN IN DATA SCIENCE. Dieses MeetUp ist Teil der Karriere-MeetUps bei der herCAREER 2021, Ort und Zeitpunkt finden Sie im Programm.

Beziehen Sie sich auf das Interview der herCAREER-Community und nutzen Sie eine Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme, die der/die Interviewpartner/in angegebenen hat. Das Angebot für ein Sparring bezieht sich auf einen lockerer Austausch. herCAREER fungiert damit als Brückenbauerin. Nehmen Sie gerne die Einladung für den Austausch an. Sie müssen dafür nichts direkt an Ihre(n) Sparringspartner/in zurückgeben, können sich aber gerne an anderer Stelle im Netzwerk mit Ihrer Expertise einbringen.