„Remote Arbeiten gewinnt immer mehr an Bedeutung und wird aufgrund der digitalen Transformation ein entscheidender Wandel in der Arbeit 4.0 darstellen.“

Remote Arbeiten

Corporate und Start-up zugleich – ein Lebensmodell, das Nadja Mütterlein, Gründerin und Geschäftsführerin von Remote Talents UG und HR Business Partnerin bei Bosch, in einer Person verkörpert. Neben ihrer Tätigkeit als Personalerin hat sie ihr Start-up Remote Talents gegründet und will damit digitale Arbeitskultur etablieren. “Eine Doppelbelastung, die sich lohnt, weil es eine echte Herzensangelegenheit ist, diese Themen in der Arbeitswelt voranzutreiben”, sagt sie. Remote Talents schafft einen Rahmen für Unternehmen den New Way of Working zu (er)leben und gezielt den notwendigen Mindsetwandel und Kulturveränderung herbeizuführen. Bei ihrem MeetUp „Corporate meets StartUp Life und digitale Arbeitskultur“, präsentiert vom Bundesverband deutscher Startups e.V., spricht sie über ihre Doppelrolle als Partnerin im Unternehmen und als Gründerin und warum ihre Tätigkeiten sie erfüllen.

Wie kamen Sie auf die Idee, Remote Talents zu gründen? Welche Lücke füllt Ihr Angebot?

Im Mai 2016 bin ich, schon immer passionierte Reisende, selbst in das Leben einer digitalen Nomadin gestartet und habe mit einem eher untypischen Tätigkeitsprofil – als Personalerin – remote aus der Ferne gearbeitet. Von 0 auf 100 vom normalen Büroalltag zur digitalen Nomadin! Für mich war es schon immer ein Traum für einen längeren Zeitraum zu reisen, aber dabei weder Job noch Karriere auf der Strecke zu lassen und Einblicke in eine völlig neue Arbeitskultur und die digitale Nomadenszene zu bekommen. Mein Arbeitgeber Robert Bosch GmbH hat sich damit ganz klar als Pionier positioniert, indem er mit mir diesen Pilotversuch gewagt hat. Während des Arbeitens bin ich gereist und habe dabei monatlich das Land gewechselt. Ich habe in Tschechien in einem Katzen-Cafe, in Belgrad in einem Bootsrestaurant, in London in einem Waschsalon, in Portugal am Strand oder auch in Marokko in der Wüste gearbeitet. Anschließend widmete ich mich aufgrund meiner Remote-Erfahrungen in einem Sabbatical dem Aufbau von Remote Talents, reiste parallel als digitale Nomadin mehrere Monate in Asien und Afrika. Ich arbeitete dabei an verschiedensten Plätzen wie CoWorking und CoLiving Spaces, Cafés oder auch der freien Natur, um das Arbeiten auf diese Art in allen Facetten auf die Probe zu stellen.

Ich habe selbst erfahren, wie eine solch einzigartige Erfahrung beruflich wie persönlich wachsen lässt und was für ein innovatives Personalentwicklungs- und Talentmanagementinstrument dahinter steckt. Und genau das brauchen wir: Unternehmen, die Lust haben Pionier in solch einer neuen Arbeitskultur und in New Work zu sein, die die Bereitschaft aufbringen, etwas völlig Neues auszuprobieren und Vertrauen in ihre Mitarbeiter haben. Wegen der Digitalisierung müssen wir uns also zwangsläufig mit dieser Art des „New Way of Working“ auseinandersetzen und Next Practices im Personalmanagement generieren, da es hier nahezu keine Best Practices am Markt gibt. Remote Arbeiten gewinnt immer mehr an Bedeutung und wird aufgrund der digitalen Transformation ein entscheidender Wandel in der Arbeit 4.0 darstellen. Remote Talents bietet Unternehmen hierbei den sicheren „Experimentierrahmen“, sodass deren Angestellte „remote“ tatsächlich (er)leben, Erfahrungswerte sammeln und diese gewinnbringend ins Unternehmen einbringen können.

Wie gehen Sie mit der Doppelbelastung um? Wie bekommen Sie alles unter einen Hut?

Tatsächlich erfordert es eine Menge Organisation und auch Disziplin. Ich arbeite derzeit Vollzeit für Bosch und gleichzeitig baue ich Remote Talents auf. Was es sicher noch etwas komplizierter macht, ist die Tatsache, dass ich derzeit nach Spanien entsandt bin, folglich mein Zeitplan zum Beispiel durch regelmäßige Sprachkurse eingeschränkt wird. Klar – ich arbeite viel und lange. Aber das tue ich gern. Und darauf kommt es an. Ich würde es vielleicht als belastend wahrnehmen, wäre ich von Remote Talents nicht 120 Prozent überzeugt. Außerdem achte ich sehr darauf, dass ich Zeit für mich habe. Mein Morgen ist mir heilig, mit Lesen, Yoga, Meditation – gezielte Zeit für mich. Zudem, und das ist der große Vorteil am Remote- Arbeiten, kann ich meine Dinge für Remote Talents ortsunabhängig erledigen und so kommt für mich nach wie vor das Reisen nicht zu kurz. Gleichzeitig bin ich dank der modernen Technik immer in Kontakt mit Familie und Freunden.

Gleichzeitig belohnt der Zuspruch und das Interesse an Remote Talents jedes Mal aufs Neue meinen persönlichen Einsatz. So auch momentan, wenn es um unser Pilotprojekt von Remote Talents geht: Ende Oktober wird eine Gruppe aus verschiedenen Unternehmen vier Wochen auf einer Finca auf Mallorca das Konzept Co-Living und Co-Working testen, dabei Remote Work (er)leben und diese Erfahrungen gezielt in Workshops einbringen.

Auf der herCAREER geht es vor allem um den fachlichen Austausch, der auf den persönlichen Erfahrungen und dem Wissen der Sparringspartnerinnen aufsetzt. Zu welchen Themen können Sie im Vorfeld / auf der Messe / im Nachgang als Austauschpartnerin fungieren – in Schlagworten?

  • Mobiles Arbeiten
  • Remote Work
  • Mobile Mindset
  • Kulturveränderung
  • HR im digitalen Wandel
  • Change Management
  • digitales Nomadentum

Gibt es Themen, zu denen Sie persönlich eine/n Sparringspartner/in suchen und einen fachlichen wie persönlichen Austausch weiterführen möchten? Dann benennen Sie uns Schlagworte für ihre Themen.

  • Remote Work

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