„Es ist wichtig Entscheidungen bewusst im Einklang mit seinen Werten zu treffen.“

Frauen in der Öffentlichkeit

Nadja Hirsch zog als jüngste Stadträtin in Münchens Rathaus ein und war FDP-Europaabgeordnete. Die Diplompsychologin ist heute Gründerin eines Startups. Auch aus ihren Stationen als stellv. Geschäftsführerin bei der Handelsblatt Global Edition und Leiterin der Unternehmenskommunikation bei einem FinTech weiß sie, dass Frauen in der Öffentlichkeit noch immer anders wahrgenommen werden als Männer. Doch durch Netzwerke, Self-Branding, Kompetenz und Präsenz kann frau sich erfolgreich positionieren. Wie das funktioniert, zeigt sie den Teilnehmer/-innen beim von MentorMe präsentierten MeetUp „Erfolgsfaktoren für Frauen in der Öffentlichkeit – der Job einer Politikerin“ auf der herCAREER.

Frauen werden in der Öffentlichkeit und im Unternehmen anders wahrgenommen als Männer. Woran liegt das?

Frauen werden heute oft immer noch anders wahrgenommen, das ist richtig. Wichtig ist es, sich dessen bewusst zu sein. Als Frauen haben wir den Anspruch komplett gleichberechtigt zu sein und machen selbst oft keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Das ist auch gut so, aber es gibt ja immer noch das Gegenüber und dessen Perspektive. Leider kommt es gar nicht so selten vor, dass das Gegenüber einen Unterschied zwischen Männern und Frauen macht – es dauert einfach bis dieser Wandel in allen Köpfen vonstattengeht. Das liegt zum einen an unterschiedlichen Erfahrungen, Einstellungen, am Alter, an Bequemlichkeiten und zum anderen aber auch daran, dass Gleichberechtigung gelegentlich aktiv abgelehnt wird. Wichtig ist es, die Perspektive des Gegenübers einzunehmen und zu verstehen, warum die Person sich so verhält. Nicht immer ist es böse Absicht – aber manchmal eben schon. Die Herausforderung für uns Frauen ist, souverän und passend zu reagieren. Dazu muss man als Frau sich ein differenziertes Verhaltensrepertoire zulegen. Nicht immer ist der Hammer die richtige Methode, aber manchmal eben schon.

 Was macht eine Frau erfolgreich – als Gründerin genauso wie als Angestellte? 

Zuerst muss man an sich glauben. Durch Reflektion lernt man sich selbst, seine Stärken und Schwächen und seine Werte kennen. Dann läuft man nicht Gefahr, sich zu unterschätzen, aber eben auch nicht, sich zu überschätzen – man kann an sich glauben, weil man sich kennt! Außerdem hilft das enorm dabei, wenn man Entscheidungen treffen muss – im Job, aber auch im privaten Leben. Es ist wichtig Entscheidungen bewusst im Einklang mit seinen Werten zu treffen. Sonst wirft man früher oder später hin, weil man bemerkt, dass man ein „falsches“ Leben führt. Das Leben ist letztendlich die Summe all unserer Entscheidungen. Und es gibt immer eine Alternative. Manchmal hat man das Glück zwischen zwei guten Möglichkeiten wählen zu können, manchmal nur die Wahl zwischen „Pest und Cholera“ – aber man hat es selbst in der Hand. Aktives, bewusstes Entscheiden gibt einer Frau Kontrolle und Selbstwirksamkeit – und das ist die Basis für Erfolg. Erfolg bedeutet das Erreichen der eigenen Ziele und das geht nur, wenn man sich kennt und dadurch die richtigen Entscheidungen treffen kann.

  Sie haben bereits als Politikerin und als Angestellte gearbeitet, jetzt sind Sie Gründerin. Was gab den Ausschlag, die Anstellung aufzugeben? Was hat sie fit gemacht für diesen Weg?

Das ist letztendlich eine sehr persönliche Entscheidung gewesen. Ich hatte nicht das Gefühl etwas aufzugeben, sondern durch mein eigenes Start-up mehr Freiheit und Lebensqualität zu gewinnen. Ich übernehme gerne Verantwortung, arbeite mich gerne in neue Sachverhalte ein, möchte gestalten und etwas voranbringen. Das kann man als Angestellter nur in einem begrenzten Rahmen. Mit Ende Dreißig gehöre ich eher zu den „spätberufenen“ Gründern. Kreativität und Tatendrang habe ich aber noch genug plus meine Erfahrung. Für mein Startup „Coachoo“ habe ich den Vorteil, aufgrund meines eigenen Werdegangs die Bedürfnisse meiner Kundinnen sehr gut zu kennen. Damit kann ich Programme anbieten, die Frauen wirklich bei der Entwicklung zu einer authentischen und erfolgreichen Führungspersönlichkeit unterstützen.

Auf der herCAREER geht es vor allem um den fachlichen Austausch, der auf den persönlichen Erfahrungen und dem Wissen der Sparringspartnerinnen aufsetzt. Zu welchen Themen können Sie im Vorfeld / auf der Messe / im Nachgang als Austauschpartnerin fungieren – in Schlagworten?

  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Leadership für Frauen
  • gesellschaftlicher und politischer Diskurs zu Frauenthemen

Gibt es Themen, zu denen Sie persönlich eine/n Sparringspartner/in suchen und einen fachlichen wie persönlichen Austausch weiterführen möchten? Dann benennen Sie uns Schlagworte für ihre Themen.

  • Austausch mit anderen Gründerinnen zu persönlichen und beruflichen Themen
  • Austausch zu neuen Geschäftsfeldern oder Kooperationen

Wie können oder möchten Sie kontaktiert werden?

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