Anzeige

Robert Franken: Inclusion – weg von den Privilegien, hin zur Haltung

„In der Bewusstmachung von Privilegien liegt die Chance zur Verantwortungsübernahme“, sagt Inclusion-Experte und Feminist Robert Franken. Er fordert mehr Haltung in Unternehmen, um benachteiligende Systeme zu verändern.

„Wir müssen die Konsequenzen von Privilegien bewusst machen“

Robert Franken ist Teil der privilegierten männlichen cis-Kultur. Dennoch bezeichnet sich der Digital and Diversity Activist und Transformation Consultant als „Feminist“. Der Co-Gründer der Plattform Male Feminists Europe setzt sich dafür ein, dass Männer sich als Teil der Lösung in Sachen Chancengerechtigkeit sehen – und sich der Konsequenzen ihrer Privilegien bewusst werden. Nach Stationen als CEO der Plattformen urbia.de und Chefkoch.de und neben seiner Selbstständigkeit als Consultant und Speaker engagiert sich im Beirat von PANDA, einem Netzwerk für weibliche Führungskräfte und schreibt in seinem Blog Digitale Tanzformation über den gesellschaftlichen Wandel durch die Digitalisierung. Auf der herCAREER 2021, der Karriere-Leitmesse für Frauen, wird er einen Vortrag zum Thema „Vom Privileg zur Haltung – Über Chancengerechtigkeit in Organisationen“ halten.

Denn noch immer seien Führungskräfte und ManagerInnen zu sehr darauf bedacht, am Mindset von Mitarbeiter:innen zu schrauben anstatt am System: „Es bringt herzlich wenig, wenn wir versuchen, die Menschen passend für unsere Systeme zu machen. Ein Beispiel: Es reicht nicht, wenn wir einfach nur Frauen in Führungspositionen befördern, wenn wir nicht gleichzeitig dafür sorgen, dass die Frauen diese Positionen auch bestmöglich ausfüllen können.“ Gleichzeitig sei ein tieferes Verständnis über Vorurteile und Biases vonnöten: „Diese Erkenntnisse, dass menschliches Denken und Verhalten wesentlich von unbewussten Biases beeinflusst wird, müssen in die Systemveränderungen einfließen“, sagt Robert Franken.

Robert Franken kam schon während seiner Studienzeit dank einer Kommilitonin mit Feminismus in Berührung. Sich als Feminist zu bezeichnen, sei nicht provokant gedacht.

Den Begriff Diversity sieht er im öffentlichen Diskurs als zu kurzsichtig auf Genderfragen beschränkt. „Die Verengung auf die Dimension Gender ist mehr als kontraproduktiv – zumal es ja eigentlich um Intersektionalität geht“, sagt er. Lieber spricht er inzwischen von „Inclusion“: „Diversity ist ja eher der Ausgangspunkt, also Fakt. Und wenn das so ist, dann lautet der Weg und die eigentliche Arbeit „Inclusion“. Darunter versteht man die Schaffung von Rahmenbedingungen für Chancengerechtigkeit mit Blick auf das eigentliche Ziel all dieser Bemühungen, nämlich „Belonging“, also Teilhabe oder empfundene Zugehörigkeit“, sagt er im herCAREER-Interview.

Aus den Privilegien der Mehrheitsgesellschaft bzw. auch der weißen Männer müsse Verantwortung entstehen: „Männer müssen Teil der Lösung sein, sonst sind sie schnell Teil des Problems. Gleichzeitig sind es aber eben männliche Systemerfahrungen, die da thematisiert werden. Und diese sind wiederum wichtig, damit wir eine Grundlage für einen gemeinsamen Diskurs finden können“, sagt er. Er plädiert dafür, „an die Wahrnehmungen von Männern anzuknüpfen und sie ernst zu nehmen – ohne Männer erneut in den Mittelpunkt allen Interesses zu stellen. Viele Männer beschreiben ja ein System, unter dem sie ebenfalls leiden.“ Das Wichtigste sei, bewusstzumachen, welche Konsequenzen Privilegien hätten: „für einen selbst, aber vor allem auch für Menschen, die nicht so sind, wie man selbst. Darin liegt die Chance zur Verantwortungsübernahme.“

Robert Franken live erleben: Am Donnerstag, 16. September 2021, von 13:30 bis 13:50 Uhr, spricht er im Vortrag „Vom Privileg zur Haltung – über Chancengerechtigkeit in Organisationen“ auf der Messe herCAREER.

Über die Person

Robert Franken berät seit vielen Jahren Unternehmen zu Organisationskultur, Transformation und Diversity & Inclusion. Zuvor war er 15 Jahre lang für Tech- und Community-Startups tätig, zuletzt etwa als Geschäftsführer von Chefkoch.de. Er hat die Plattform „Male Feminists Europe“ mitgegründet und ist ehrenamtlicher Botschafter für HeForShe Deutschland sowie Beirat für das Leadership-Netzwerk PANDA.

Im Interview mit der herCAREER spricht er über Diversity, Inclusion und darüber, dass sich das System ändern muss.

Ab Mitte Juli veröffentlicht die herCAREER das komplette Programm und die Ausstellerliste der Messe unter www.her-career.com.

2021-07-14T16:46:23+02:00Pressemitteilungen|