Vom Händler zum Hersteller

Fortführung einer Traditionsmarke in Zeiten der Digitalisierung & Übergabe an die nächste Generation

Geboren in Göttingen, studierte Franziska Rieken BWL an der European School of Business (Deutschland) und an der Dublin City University (Irland). Praktika bei L’Oréal und Hugo Boss in New York überzeugten sie von der Lifestyle-Branche als Berufseinstieg. Gestartet als Consultant bei einer Boutique Beratung, ging es anschließend in die Strategieabteilung von Peek & Cloppenburg. Aktuell ist Franziska Rieken Co-Founder der familiengeführten KUCK Design GmbH und leite hier das Business Development. Des Weiteren ermöglicht ihre Aufsichtsratstätigkeit, bei einer internationalen Zertifizierungsgesellschaft, einen nachhaltigen Beitrag in der mittelständischen Unternehmensentwicklung zu leisten.

Verbunden durch ein gemeinsames Werteverständnis, die Neugierde, Unbekanntes zu entdecken und die Freude an bereichernden Begegnungen, haben mich dazu bewogen, ein Unternehmen aus dem Jahr 1976 anteilig zu übernehmen und in das digitale Zeitalter zu überführen. Die Herausforderung: Re-Launch der Brand KUCK im internationalen Markt für Luxusprodukte auf Basis werthaltiger deutscher Handwerksarbeit, hier im selektiven Bereich für Fine Jewelry. Nebenbei ein operatives Geschäft abzuwickeln, dabei stets an der Zukunftsvision festzuhalten, ist ein Abenteuer, für das ich immer wieder zu haben bin!

Dieses MeetUp ist Teil der Karriere-MeetUps bei der herCAREER 2018, Ort und Zeitpunkt finden Sie im Programm.

Was sind deiner Meinung nach die zwei größten Herausforderungen, denen Unternehmen mit Tradition durch die Digitalisierung gegenüberstehen?

Den über Generationen gewachsenen Kundenstamm zu erhalten und das persönliche Kundenerlebnis in die digitale Customer Journey zu integrieren sowie idealerweise die oftmals starke lokale Verbundenheit fortzuführen.

Transportieren des Markenerlebnisses und der Markenwerte in die digitale Welt – Schaffung eines einheitlichen, über alle Kanäle abgestimmten, Markenerlebnisses, welches die traditionellen Werte widergibt und gleichzeitig „Frische“ mit sich bringt und Zukunftsthemen der „neuen Generation“ besetzt.

Wie können diese Herausforderungen bewältigt werden, um zukunftsfähig zu werden und dennoch die Kernwerte des Unternehmens nicht zu verlieren?

Integrität und ein Bekenntnis zur Tradition ist wichtig. Sofern die Möglichkeit besteht, sollte ein interner „Entrepreneurship Spirit“ aufgebaut werden. Dies bedeutet, Investition in Mitarbeiter und auch jungen, unerfahrenen Team Mitgliedern proaktiv Chancen für die Ideeneinbringung und deren Realisierung zu ermöglichen.

Wie kannst du als Unternehmerin Tradition in Zukunft „übersetzen“? Was ist hier aus deiner Erfahrung ein wichtiger Rat?

Als erstes sollte man Tradition und Heritage nicht nur als Verpflichtung ansehen, sondern als einen enormen Mehrwert für das Unternehmen. Glaubwürdigkeit, Integrität und Verbundenheit sind in der heutigen schnell-lebigen und oft digital erlebten Welt Werte, die nur über jahrzehntelanges wertorientiertes Handeln entstehen und über die Reputation einer Marke vom Kunden wahrgenommen werden.

Für mich war es bei KUCK unglaublich interessant, detaillierten Einblick in die Geschicke und die Handwerksarbeit eines Goldschmieds zu erhalten. Beim Entstehungsprozess greifen so viele Gewerke ineinander, dass man vor dem handwerklichen Können und Erschaffen von Werten geradezu demütig wird.

Gerade im hochpreisigen Segment ist Storytelling ein wesentlicher Bestandteil in der Kunden-Kommunikation. Ziel sollt es sein, die eigenen Kunden in eine Welt zu entführen, die zum Verweilen und Träumen einlädt. Hier besteht die Möglichkeit durch Tradition mehr Substanz zum Spielen und Erzählen zur Verfügung zu haben.

Essentiell ist das stetige Hinterfragen aktueller Trends und inwieweit diese für das eigene Unternehmen interessant sein können. Einsatzfreude und Mut sind ein hohes Gut. Veränderungen auszuprobieren und sich eine gedankliche Agilität zu bewahren. Dabei bietet es sich an, Zukunftsthemen, z.B. Nachhaltigkeit, zu besetzen und für das eigene Unternehmen zu interpretieren, sprich idealerweise eine Vereinigung von Trends und Tradition im Geschäftsmodell in iterativer Weise zu realisieren.

Als enorm wertvoll empfinde ich den Austausch mit anderen Unternehmer/-innen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Hier ergeben sich oft bereichernde Begegnungen und neue Ansätze. Insbesondere finde ich Netzwerke wie das von Zirkel X, wo sich Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen über Ihre Erfahrungen austauschen und gegenseitig unterstützen können, extrem wichtig.

Auf der herCAREER geht es vor allem um den fachlichen Austausch, der auf den persönlichen Erfahrungen und dem Wissen der Sparringspartnerinnen aufsetzt. Zu welchen Themen können Sie im Vorfeld / auf der Messe / im Nachgang als Austauschpartnerin fungieren – in Schlagworten?

  • Insights Fashion/Lifestyle Industrie
  • Do’s & Don’ts beim Generationswechsel
  • Business Development & Projekt Management (Konzern & KMU)

Gibt es Themen, zu denen Sie persönlich eine/n Sparringspartner/in suchen und einen fachlichen wie persönlichen Austausch weiterführen möchten? Dann benennen Sie uns Schlagworte für ihre Themen.

  • Human Capital
  • Wirtschaftspsychologie
  • Internationale Expansion/Vertrieb

Wie können oder möchten Sie kontaktiert werden?