Digitale Transformation: „Laterale Führung“ eröffnet bessere Chancen für Frauen

Beim Authors-MeetUp auf der Messe herCAREER ist einer der gefragtesten Veränderungs- und HR-Experten Deutschlands zu Gast: Kai Anderson, stellt sein jüngstes Buch vor.

Gemeinsam mit Bettina Volkens, Personalvorstand der Lufthansa, hat der Vorstandsvorsitzende der Promerit AG den Titel „Digital Human. Der Mensch im Mittelpunkt der Digitalisierung“ herausgegeben. Es geht um nichts weniger als eine menschenzugewandte Transformation der Arbeitswelt.

„In unserem Buch gibt es konkrete Beispiele, wie eine menschenzentrierte Digitalisierung erfolgreich bewerkstelligt wurde. Der Rahmen ist eine Philosophie, die auf den Menschen als Ausgangspunkt und Endpunkt von Veränderung setzt“, erklärt Kai Anderson, Vorstandsvorsitzender der Promerit AG. Nicht nur Personalvorstände, sondern auch immer mehr Geschäftsführer. E und Vorstände hätten inzwischen verstanden, dass der Schlüssel zur Transformation von Unternehmen im People Management liege.

Wir erleben in Unternehmen gerade den Verlust der Informationshoheit. Das ist eine gute Nachricht für alle Mitarbeiter und eine schlechte für Führungskräfte, die ihre Autorität darauf abgestellt haben“, so der Veränderungsmanager weiter. Transparenz und Offenheit sei der Nährboden für Partizipation und Engagement – davon könne man als Unternehmen und als Mitarbeiter nur profitieren. „Instant Feedback und bottom-up Feedback werden zudem unser Führungsverständnis und -verhalten so nachhaltig verändern wie kein Training.“

„Informationshoheit und Verstecken vor Autorität gehört zu den Spielchen, die Frauen allgemein abgeschreckt haben, Führungspositionen einzunehmen“, so der „Transformator“ Anderson, den das Personalmagazin wiederholt unter die die „40 führenden Köpfen im Personalwesen“ wählte. Die Veränderungen im Zuge der Digitalisierung könnten nun ein Umfeld schaffen, das für Frauen und Männer gleiche Voraussetzungen schaffe. Das stärke, was der Unternehmensberater als „laterale Führung“ bezeichnet: „Das liegt Frauen eher als Männern und damit haben wir eine Chance auf echte Kulturveränderung im Unternehmen und deutlich mehr Frauen in Führungspositionen.“

In seinem Buch „Digital Human“ tauchen diverse Vorzeigebeispiele aus Unternehmen auf. Beeindruckt hat Kai Anderson laut eigenen Aussagen etwa die Otto Group: „Unter dem Namen Kulturwandel 4.0 wird hier Kommunikation auf Augenhöhe ermöglicht.“ Dabei würde „Hierarchiedenken eingerissen“, um neue Freiräume und Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Auch die Telekom leiste mit dem Programm UQBATE Beachtliches: Engagierte Mitarbeiter würden ermutigt, vielversprechende Geschäftsideen jenseits aller Berichtslinien zu entwickeln und voranzutreiben. Als weiteres Best-Practice-Beispiel nennt Anderson das Unternehmen Klöckner, das den Dialog in den Vordergrund stellt: 360 Grad Feedback – auch per App – sind angesagt. Es gibt eine Digital Academy mit unbegrenzter Online-Schulung während der Arbeitszeit oder Digi Days, um die Mitarbeiter zu informieren und Ideen zur weiteren Digitalisierung zu entwickeln.

Laut Kai Anderson gilt es zu akzeptieren, dass sich im Zuge der Digitalisierung Berufsbilder massiv verändern und teilweise sogar verschwinden können. Dafür entstünden neue Berufe. Das sei nichts Neues, nur die Geschwindigkeit nehme zu. „Wir müssen einen aufgeklärten Umgang mit der Digitalisierung entwickeln.“

Auf der herCAREER präsentiert Kai Anderson sein Buch „Digital human: Der Mensch im Mittelpunkt der Digitalisierung“ und führt seinen strategischen Ansatz weiter aus: Donnerstag, 11. Oktober 2018, 16.45 bis 17.30 Uhr beim Authors-MeetUp in Halle 2 des MTC World of Fashion.