Über Loslassen und wahres Empowerment

Wie Sie Ihren Arbeitgeber von dem Besuch der Karrieremesse herCAREER überzeugen oder: Wie Arbeitgeber Mitarbeiterinnen empowern können

Karrieremessen gelten als Plattform für die Jobsuche. Hat Ihr Arbeitgeber deshalb Bedenken, Ihren Besuch auf der herCAREER zu genehmigen? Zögern Sie vor dem Hintergrund noch, eine Teilnahme vorzuschlagen? Oder sind Sie selbst Arbeitgeber und Ihnen fehlen noch einleuchtende Gründe, Ihre Mitarbeiterinnen zur Teilnahme zu ermutigen? Über Loslassen und wahres Empowerment.

Autorin: Natascha Hoffner

„Mein Arbeitgeber lässt mich doch nicht auf eine Job- oder Recruiting-Messe! Schließlich könnte ich dort einen neuen Job finden.“ Diesen Einwand höre ich immer wieder, wenn ich auf Network-Events für Frauen unterwegs bin und anderen von der herCAREER erzähle. Die Begeisterung ist immer groß. Eine Plattform, wo sich Frauen in jeder Karrierephase und über alle Hierarchien hinweg treffen und neben Jobangeboten viele Informationen und Serviceangebote speziell für weibliche Fach- und Führungskräfte sowie angehende Gründerinnen bereit stehen – wo gibt es das sonst schon? Von den Möglichkeiten, das eigene Netzwerk zu erweitern, ganz zu schweigen.

Aber die Frage, ob der eigene Arbeitgeber den Besuch gut heißen könnte, ist meist ein Dämpfer für diese Begeisterung. Offensichtlich gibt es noch immer viele Unternehmen, die glauben, ihre besten Mitarbeiterinnen an die Leine legen zu können.

Gehen oder bleiben? Netzwerke leben länger

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel – und es gibt gute Gründe, warum sie Schule machen sollten. „2016 habe ich fünf meiner weiblichen Direct Reports zur herCAREER eingeladen. ‚Was, Du nimmst Deine Mitarbeiter*innen auf eine Karrieremesse mit? Und wenn die dann gehen???‘ Errr – nein. Ich war und bin überzeugt, dass ich als Arbeitgeber nur profitiere, wenn meine weiblichen Talente diese Art von Aufmerksamkeit bekommen“, schrieb die damalige Geschäftsführerin eines Online-Versandhandels.

„Wenn sie gehen, bleiben wir eng vernetzt. Wenn sie bleiben, haben wir top-motivierte Frauen im Team“, so die Managerin weiter. Am meisten Freude habe ihr bereitet, dass eine ihrer ehemaligen Mitarbeiterinnen ihr nacheiferte und sie so von ihr lesen konnte: „Dieses Jahr nehme ich meine weibliche Direct mit auf die #hercareer. So wie Du als unsere Chefin letztes Jahr.“

Empowerment heißt loslassen

Wer Freiraum nicht einschränkt und Vernetzung mit anderen Unternehmen erlaubt, zahlt damit um ein Vielfaches in die Entwicklung der Beschäftigten ein. Und diese werden dies honorieren und langfristig in einem vertrauensvollen Austausch bleiben. Nur so entsteht ein nachhaltiges Talent-Netzwerk – und wir wissen: Jeder dritte Job wird heute schon über Netzwerke vergeben. Darüber hinaus steht auf der herCAREER der Erfahrungsaustausch im Vordergrund: Voneinander zu lernen und Wissen zu teilen – das ist das Alleinstellungsmerkmal der Plattform im Vergleich zu anderen Karrieremessen.

Doch Empowerment hat für mich nicht nur etwas mit geschicktem Talentmanagement zu tun. Wenn wir mehr Frauen in Führung und mehr Gender Equality fordern, ist die Förderung von Frauen ein Muss. Auf der herCAREER können Frauen ihre Persönlichkeit weiter entwickeln – beim Netzwerken, durch Persönlichkeitscoaching, über diverse Weiterbildungsangebote von Hochschulen und Instituten sowie durch den fachlichen Austausch mit anderen Frauen und weiteren Playern.

Frauen eine Bühne geben

Auch für das Selbstmarketing empfehlen wir Arbeitgebern, Frauen aus ihren Reihen zu unterstützten, ihnen eine Bühne zu geben und sie über sich, ihren Arbeitsalltag oder ihre Expertise berichten zu lassen. Vielleicht können zukünftig auch Sie oder die Role Models in Ihrem Unternehmen eines der MeetUps oder Talk-Formate für einen Auftritt nutzen – als ausstellendes Unternehmen können sie das jederzeit buchen.

Wer klammert und seine Beschäftigten einschränkt, wird vermutlich das genaue Gegenteil von dem erreichen, was das eigentliche Ziel ist: die Talente an sich zu binden. Denn wenn gute Mitarbeiter & Mitarbeiterinnen das Unternehmen verlassen möchten, dann finden sie Mittel und Wege.

Für die herCAREER kann man übrigens inzwischen in acht Bundesländern Bildungsurlaub beantragen.