Führen in Teilzeit

Seit Anfang 2016 ist Claudia Geist Referentin für das Monitoring und die Umsetzung des Gesetzes über Frauen in Führungspositionen in der Abteilung Gleichstellung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Neben ihrem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirtin absolviert Claudia Geist seit 2016 ein Masterstudium an der Hochschule des Bundes und wird im Dezember 2018 den Master of Public Administration erwerben.

Führen in Teilzeit ist in vielen Unternehmen und im öffentlichen Dienst noch die Ausnahme. Dabei besteht auch bei Führungskräften der Wunsch nach flexibleren Arbeitsmodellen. Gleichzeitig kann das Potenzial der überwiegend weiblichen Teilzeitbeschäftigten besser genutzt werden. In welchen Modellen funktioniert das Führen in Teilzeit, welche Kompetenzen brauche ich als Führungskraft und wie kann ich die Teilzeitführung gut organisieren? Lassen Sie uns dazu ins Gespräch kommen. Das Meetup wird präsentiert von Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Dieses MeetUp ist Teil der Karriere-MeetUps bei der herCAREER 2018, Ort und Zeitpunkt finden Sie im Programm.

Welche Kompetenzen benötigen Führungskräfte, damit sie erfolgreich in Teilzeit führen können?

Grundsätzlich gilt: wer gut führen kann, kann auch in Teilzeit erfolgreich führen.

In vielen Gesprächen mit Teilzeitführungskräften und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat sich gezeigt, dass man vor allem delegieren können muss, Organisationstalent braucht und ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten besitzen sollte, damit das Führen in Teilzeit gelingt.

Außerdem zeichnet sich eine erfolgreiche Teilzeitführung durch ein vertrauensvolles Miteinander von Team und Führungskraft aus.

In welchen Arbeitsmodellen ist eine Teilzeitlösung auf Führungsebene möglich?

Auch hier grundsätzliches vorweg: jede Stelle ist teilzeitgeeignet. Auch solche mit Führungsaufgaben. Das zeigen die Erfahrungen aus der Praxis.

Etabliert haben sich in den vergangenen Jahren vor allem zwei Varianten des Führens in Teilzeit.

Beim „echten“ Führen in Teilzeit wird die Führungsposition von einer teilzeitbeschäftigten Person wahrgenommen. Während der teilzeitbedingten Abwesenheit gilt die gewählte Vertretungsregelung. Sofern sich die Teilzeit nicht im vollzeitnahen Bereich bewegt, sollte im besten Falle eine personelle Verstärkung innerhalb des Teams erfolgen.

Beim Jobsharing wird eine Führungsposition von zwei Führungskräften gemeinsam wahrgenommen. Der jeweilige Teilzeitanteil kann dabei unterschiedlich hoch sein. Sinnvoll ist in diesem Modell ein Stellenumfang von über 100 Prozent, um erforderliche Übergabezeiten abzudecken. Die Aufgabenwahrnehmung kann gemeinsam erfolgen oder aufgeteilt werden. Dann spricht man vom sogenannten Jobsplitting.

Wie kann Teilzeit so gestaltet werden, dass sie sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Sinn macht?

Mehr Zeitautonomie und persönliche Zeitsouveränität wünschen sich vor allem Personen, die Kinder betreuen oder familiären bzw. Pflegeaufgaben nachkommen müssen. Diesen Wunsch haben auch Führungskräfte.

Eine selbst gewählte Teilzeitarbeit ermöglicht ein großes Maß an Flexibilität und führt zu mehr Arbeitszufriedenheit und mehr Motivation.

Zufriedene Beschäftigte führen für den Arbeitgeber wiederum zu Personalbindung und -sicherung. Die Arbeitgeberattraktivität steigt.

Auch die Produktivität ist bei regulärer Teilzeit höher als bei Vollzeit und gleichzeitig sinken die Fehlzeiten der Beschäftigten.

Wichtig ist, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer gemeinsam eine Teilzeitlösung finden, die für beide Seiten passt.

Auf der herCAREER geht es vor allem um den fachlichen Austausch, der auf den persönlichen Erfahrungen und dem Wissen der Sparringspartnerinnen aufsetzt. Zu welchen Themen können Sie im Vorfeld / auf der Messe / im Nachgang als Austauschpartnerin fungieren – in Schlagworten?

  • Frauen in Führungspositionen
  • Gleichstellung in der Arbeitswelt
  • Führen in Teilzeit

Wie können oder möchten Sie kontaktiert werden?