Role Models eine Bühne geben

„If she can see it, she can be it.” sagt Geena Davis, US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin

In unserem Netzwerk machen wir bereits wunderbare Frauen und Role Models sichtbar – auch über unsere Veranstaltung hinaus. Eine tolle Initiative, die wir in diesem Sinne verstehen und gerne unterstützen, ist der EMOTION Award, der Frauen auszeichnet, die andere inspirieren.

Der Ruf nach weiblichen Vorbildern ist ungebrochen. Als Gründerin der Karrieremesse herCAREER bin ich fest davon überzeugt, dass es viele sogenannte Role Models gibt, wir sie aber stärker sichtbar machen müssen – und zwar auf allen Hierarchieebenen.

Autorin: Natascha Hoffner

Wenn ich auf Veranstaltungen, Netzwerktreffen und ähnlichen Events bin, bei denen sich größtenteils Frauen treffen, bin ich immer wieder überwältigt davon, auf was für tolle, qualifizierte und talentierte Frauen ich stoße. Ich weiß, dass sie nicht nur mich, sondern auch andere inspirieren, ihnen nachzueifern. Stimmen, es gäbe derartige Vorbilder gar nicht, kann ich somit in keinster Weise bestätigen. Doch meiner Erfahrung zufolge treten Frauen deutlich zurückhaltender auf und drängen sich nicht in den Vordergrund. Sie zeichnen sich durch eine hohe Bescheidenheit aus und erzählen auch oft nur nach mehrmaligem Nachfragen von ihren eigenen Erfolgen. Die Bereitschaft, andere Frauen zu unterstützen und Wissen und Erfahrungen zu teilen, ist unglaublich groß.

Frauen eine Bühne zu bieten, ist eine wunderbare Sache – auch für Arbeitgeber. Die Angst ist leider oft groß, dass diese dann bald ihrer Wege ziehen oder von anderen Unternehmen abgeworben werden. Doch Arbeitgeber profitieren immer davon, wenn die eigenen Mitarbeiter ihre Stärken ausbauen können und sie zu authentischen Markenbotschaftern werden. Sie repräsentieren nicht nur das Unternehmen sie machen Karrieren bei Ihrem Arbeitgeber sichtbar.

Wir möchten in unserer Community der herCAREER aktiv dabei unterstützen, Frauen herauszuheben, die spannende neue Dinge tun und etwas bewegen. Frauen sind Erfinderinnen, sie verändern Wirtschaft und sehr viele haben es verdient, dass sie mehr Aufmerksamkeit bekommen als das aktuell der Fall ist.

Unsere Nominierungen für den EMOTION.award

In unserem Netzwerk machen wir bereits wunderbare Frauen sichtbar – auch über unsere Veranstaltung hinaus. Eine tolle Initiative, die wir in diesem Sinne verstehen und gerne unterstützen, ist der EMOTION.award, der Frauen auszeichnet, die andere inspirieren. Kürzlich wurden dafür wieder Frauen gesucht, die vorangehen und mit Herzblut Herausragendes leisten, die etwas zu einer Gesellschaft beitragen, in der wir gern leben möchten. Wir haben einige Persönlichkeiten dafür vorgeschlagen. Wir wissen noch nicht, was aus der Nominierung wird – derzeit läuft die Abstimmung. Aber es lohnt sich auf alle Fälle, diesen Frauen zu folgen und von ihnen zu lernen.

Hier stellen wir unsere Vorschlagsliste vor, die wir selbstredend noch hätten weiter verlängern können:

Kategorie „Frau der Stunde“: Hier sind Frauen gefragt, die nicht in Hilflosigkeit erstarren, die die Hand heben und aktiv werden – für Freiheit, Respekt und Gerechtigkeit und letztlich für eine Gesellschaft, in der wir gerne leben möchten. Dafür haben wir vorgeschlagen:

Dr. med Dilek Gürsoy ist die einzige Frau in Europa, die Patienten Kunstherzen implantieren kann. Ihre Karriere in der Männerdomäne Herzchirurgie war alles andere als selbstverständlich. Sie studierte in Düsseldorf Medizin und schaffte es unter der Regie des renommierten Herzspezialisten Prof. Dr. Reiner Körfer bis zur Oberärztin. Im Herbst 2017 traf sie Kanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, um ihre Forschungsarbeit vorzustellen. Neben ihrer Tätigkeit im Krankenhaus Links der Weser in Bremen arbeitet sie mit einem Aachener Start-up daran, ein neues Kunstherz zu entwickeln.

Katharina Miller ist Gründerin der Anwaltsboutique 3C Compliance und eine der „Top 100 Women Spanish Leader“. Ihre Anwaltskanzlei ist spezialisiert auf Corporate Compliance und Corporate Social Responsibility und wurde jüngst vom spanischen Königshaus ausgezeichnet. Katharina Miller ist eine Macherin, die vor acht Jahren den Sprung ins kalte Wasser gewagt hat: Sie ist nach Madrid ausgewandert, um dort als Rechtsanwältin zu arbeiten. Katharina Miller ist davon überzeugt, dass alles möglich ist, wenn man es sich nur zutraut, und wir nur durch disruptives Denken und Handeln weiterkommen. Ein eigenes Unternehmen zu führen und gleichzeitig Mutter dreier Kinder zu sein, ist anstrengend, aber für sie dennoch die schönste Herausforderung in ihrem Leben.

Anja Reschke: Die Journalistin und Publizistin, die unter anderem als Moderatorin der NDR Sendung Panorama und das NDR Medienmagazin Zapp bekannt ist, leitet die Abteilung Innenpolitik beim Norddeutschen Rundfunk. Im Sommer 2015 hat sie in den Tagesthemen einen Kommentar zur Hetze gegen Ausländer abgegeben, der im Netz viral ging und der ihr die Auszeichnung „Journalistin des Jahres“ durch das Medium Magazin sowie eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis einbrachte. Anja Reschke inspiriert uns durch ihren öffentlichen Einsatz für mehr Gleichstellung in Gesellschaft und Arbeitswelt, unter anderem durch ihr Engagement im Verein ProQuote.

Kategorie „Unternehmerin/Gründerin“: Vorzuschlagen waren Frauen, die mutig, risikobewusst und teamorientiert ist. Persönlichkeiten, die als Unternehmerinnen mitgestalten und etwas bewegen wollen. Dafür haben wir vorgeschlagen:

Judith Gampe ist Gründerin von Nova Products. Ihr Startup entwickelt, produziert und vertreibt die sogenannte Blue Pearl: einen formschöner Süßwasserperlen-Ohrring, in den ein Bluetooth-Headset integriert ist. Ihre Idee ist innovativ, clever und smart und hat noch mehr Aufmerksamkeit verdient. Mit Durchhaltevermögen, Offenheit für neue Lösungen und der Eigenschaft, sich nicht selbst zu überfordern, hat Judith Gampe ihre Balance zwischen Entscheidungsfreude und Gründlichkeit gefunden und wird somit zum Vorbild für viele Frauen, die eine Gründungsidee haben, sich aber nicht trauen, diese zu verwirklichen.

Katharina Seehuber ist Gründerin und Geschäftsführerin von Let’s Yalla, einer App für Last-Minute-Flugreisen. Katharina Seehuber hatte nicht nur eine clevere Geschäftsidee, sondern ist auch eine überaus ambitionierte Unternehmerin, die sich durch Neugier und Wissbegierde auszeichnet, ständig Neues lernen, Hintergründe verstehen und von den Erfahrungen anderer profitieren möchte. Wir erleben sie als eine Persönlichkeit, die viele Fragen stellt und immer versucht, an das Gesagte mit eigenen Erfahrungen und bisherigem Wissen anzuknüpfen, um Wissensnetzwerke zu erweitern.

Kategorie „Frau in Führung“: Frauen, die für andere eine gute Chefin sind, die Mitarbeiter ermutigen, individuell fördern, offen kommunizieren und auch andere Frauen im Unternehmen auf ihrem Weg nach oben unterstützen. Dafür haben wir vorgeschlagen:

Heidi Stopper: Die ehemalige Personal-Vorständin der ProSieben Sat1. Media AG ist heute eine der angesehensten Management-Beraterinnen Deutschlands und viel gefragter Topmanagement- und Karriere-Coach. Heidi Stopper setzt sich intensiv dafür ein, dass mehr Frauen in Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführungen kommen. Ihre Vorstellung: Je mehr weibliche Vorbilder in den Chefetagen sind und je selbstverständlicher es ist, dass dort Frauen arbeiten, desto leichter wird es, dass in den unteren Positionen sehr viele Frauen folgen und auch ermutigt werden, weitere Karriereschritte zu gehen.

Dr. Caroline Gabor: Die Geschäftsführerin des Company Builders FinLeap ist immer auf der Suche nach Frauen für die nach wie vor sehr männerdominierte Fintech-Branche. Sie sammelte zehn Jahre Erfahrung als Strategieberaterin im Bereich Finanzdienstleistungen bei der Boston Consulting Group. Sie setzt sich dafür ein, Frauen in der Fintech und Finanzbranche zusammenzubringen und darüber hinaus zu vernetzen. Caroline Gabor inspiriert uns durch ihr unternehmerisches Handeln und ihr Engagement, Frauen nicht nur der Fintech-Branche voranzubringen.

Diese tollen Frauen konnten wir leider nicht nochmal nominieren, weil sie in den Vorjahren schon ausgezeichnet wurden:

Jutta Speidel: Die bekannte Schauspielerin, die momentan vor allem in deutschen Fernsehserien und -filmen spielt, bewundern wir für ihr soziales Engagement. Mit ihrem Projekt Horizont unterstützt sie obdachlose Mütter und ihre Kinder dabei, im Leben wieder Fuß zu fassen. Seit der Gründung 1997 hat der Verein mithilfe von Spendengeldern mehr als 2.000 obdachlose Menschen wieder in ein selbstbestimmtes Leben begleitet. Das Konzept ist Hilfe zur Selbsthilfe: Im sogenannten HORIZONT-Haus finden obdachlose Frauen und ihre Kinder zunächst ein Zuhause auf Zeit. Gleichzeitig werden sie gezielt dabei unterstützt, langfristig ihre Lebenssituation wieder zu verbessern.

Anna Kaiser und Jana Tepe: Das Gründerinnenteam von Tandemploy hat einen innovativen Ansatz für New Work entwickelt, und zwar einfach einen Arbeitsplatz auf zwei Personen aufzuteilen. Die Plattform vermittelt Tandem-Partner für Fach- und Führungspositionen sowie passende Arbeitgeber. Die beiden Gründerinnen erfinden damit den Begriff Arbeitsplatz neu: Mit ihrem Konzept ermöglichen sie Arbeitnehmern, und hier insbesondere Frauen, die aus familiären Gründen in Teilzeit arbeiten müssen oder wollen, eine innovative Möglichkeit, Arbeitsplätze zu finden, die ihren Qualifikationen entsprechen.

Auch für die Edition F Awards „25 Frauen, deren Erfindungen unser Leben verändern“ und „25 Frauen, die Wirtschaft revolutionieren“ haben wir übrigens zahlreiche beeindruckende Frauen vorgeschlagen. Und auch 2019 haben wir fleißig nominiert: das sind unsere Top 30 für den Edition F Award „25 Frauen, die mit ihrer Stimme unsere Gesellschaft bewegen“.

Welche Frauen bewundern Sie?

Da wir dadurch aber trotzdem noch nicht die gesamte Vielfalt an Vorbildern und Role Models für Frauen abbilden können, möchten wir allen, die diesen Artikel hier lesen, einen Anstoß geben: Prüfen Sie doch einmal Ihr eigenes berufliches Umfeld einmal genauer. Welche Ihrer Kolleginnen, Mitarbeiterinnen, Vorgesetzten, Kundinnen, Freundinnen oder Lieferantinnen bewundern Sie? Lassen Sie diese Frauen in Ihren Kanälen zu Wort kommen. Mein Appell an die Arbeitgeber: Zeigen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Talente, die für andere Vorbilder sein können.

Unsere Messe herCAREER macht Frauen sichtbar fördert einen Austausch auf Augenhöhe

Auch die herCAREER ist als Karrieremesse und Netzwerkveranstaltung für karriereinteressierte Frauen eine Plattform, um Frauen noch sichtbarer zu machen. Hier können Sie mit einem Blick in den Berufsalltag Ihres Unternehmens punkten. Zudem richten wir zahlreiche Formate für einen Austausch von Wissen und Erfahrungen aus – in kleinen Gruppen und über alle Hierarchien hinweg. 200 MeetUps sowie 60 Vorträge und Panels an zwei Messetagen: Im Begleitprogramm haben Arbeitgeber viel Raum, ihre Mitarbeiterinnen mit den Dingen zu platzieren, die sie inhaltlich auszeichnen. Über Interviews stellen wir diese Akteurinnen auch im Vorfeld der Messe mit ihren Themen vor. Inzwischen ist unsere Website zu einem spannenden Archiv von herausragenden Persönlichkeiten geworden.

Für unsere Community ist es unglaublich wertvoll, Hinweise und Empfehlungen von anderen Frauen und Männern zu erhalten. Wir fordern Arbeitgeber, Verbände, Netzwerke und weitere Akteure gerne auf als Aussteller oder Partner der Messe, ihre Role Models zu präsentieren: Schreiben Sie uns jetzt an, welche Persönlichkeiten Sie, im Rahmen Ihrer Messebeteiligung, in unserem Netzwerk präsentieren möchten.