„Wir vergessen oft, dass jeder unwissend begonnen hat und es keine Schande ist, unwissend zu sein. Man darf es nur nicht bleiben.“

Selbst- und Fremdbild im persönlichen und professionellen Kontext

Am Anfang neuer Phasen (Berufseinstieg, Gründung,…) finden wir uns in unbekannten Themen und überfordernden Situationen wieder, die uns mit der eigenen Unsicherheit konfrontieren. Kann ich leisten, was gerade verlangt wird? Im Meetup „Wer bin ich, und wenn ja: Wie mache ich das? Selbst- und Fremdbild im persönlichen und professionellen Kontext: Erkennen, beeinflussen, nutzen“ auf der herCAREER wird Katharina Seehuber, Gründerin und Geschäftsführerin von Let’s Yalla, einer App für Last Minute Flugreisen, mit Ihnen darüber diskutieren. Das Ziel des MeetUps ist, einerseits sein Selbstbild zu erkennen und das Wissen darüber bewusst zu nutzen, andererseits sich über das Fremdbild (Wie sehen Andere mich?) und seine Beeinflussbarkeit Gedanken zu machen, um sich so gestärkt und selbstsicher neuen Aufgaben zuwenden zu können. Lesen Sie dazu vorab das Interview mit Katharina Seehuber.

Frau Seehuber, wie ist Ihr Selbstbild? Und welche Rolle spielt das im Job?

Eine gute Frage! Zuerst einmal möchte ich betonen, dass eine Person in unterschiedlichen Situationen verschiedene Rollen einnimmt und daher auch das Selbstbild – je nach Rolle – abweichen wird. Mich persönlich kennzeichnen im professionellen Umfeld stark Neugier und Wissbegierde. Ich möchte Neues lernen, Hintergründe verstehen und von den Erfahrungen anderer profitieren. Deshalb erleben mich andere als eine Person, die viele Fragen stellt und immer versucht, an das Gesagte mit eigenen Erfahrungen und bisherigem Wissen anzuknüpfen, um Wissensnetzwerke zu erweitern. Oft ergibt sich so ein ganz angeregter Austausch. In meiner aktuelle Rolle als Gründerin von Let’s Yalla hilft mir diese Charaktereigenschaft sehr, da es immerzu neuen Input und viel zu lernen gibt.

Wie gehen Sie mit Unsicherheiten im Job um? Überspielen oder zugeben: Was ist eine gute Strategie?

Generell finde ich es wichtig, offen zu sagen, wenn man etwas noch nicht weiß oder kann. Wer sein Unwissen versteckt oder überspielt, verpasst die Möglichkeit, etwas Neues zu verstehen und bringt sich womöglich in ungünstige Situationen, die aufgrund falscher Erwartungen der Anderen entstehen. Wir vergessen oft, dass jeder unwissend begonnen hat und es keine Schande ist, unwissend zu sein. Man darf es nur nicht bleiben.

Natürlich gibt es aber immer wieder Situationen, in denen es wichtig ist, Unsicherheiten zu überspielen, beispielsweise wenn man sich selbst oder sein Produkt überzeugend präsentieren will. Dann ist es absolut in Ordnung, sich selbstbewusst zu geben, auch wenn man es nicht ist. Fake it until you make it – die Psychologie dahinter ist wahr.

Wie bleiben Sie am Ball, was Ihre berufliche Kompetenz angeht?

Am Ball zu bleiben, ist gerade für junge Unternehmen wichtig – man ist schließlich Vorreiter in bestimmten Bereichen und sollte Trends schnell erkennen und umsetzen. Meine persönliche Methode hier ist Lesen: Zeitungen, Magazine, Blogs – was auch immer mir unter die Finger kommt. Hier unterscheide ich auch nicht zwischen Arbeitszeit und Freizeit, sondern lese einfach wann immer es mir möglich ist und was immer mich interessiert. Oft stolpert man durch Zufall über spannende Neuigkeiten.

Wie haben Sie Unterstützer und Mentoren gefunden?

Mentoren suche ich mir gezielt aus meinem beruflichen und privaten Netzwerk aus. Je nach Thema sind das ganz unterschiedliche Personen, die mir dann verschiedene Sichtweisen oder Lösungsmöglichkeiten nahebringen. Unterstützer hingegen habe ich viele, auch hier natürlich je nach Themengebiet und auch Kapazität. Oftmals geht es um gegenseitige Unterstützung, um Gefallen, die man sich tut oder um selbstlose Hilfe, die angeboten wird. Ich halte nicht viel von Taktieren oder vom Handel mit Gefälligkeiten, im Gegenteil: Man sollte von sich aus Unterstützung anbieten, ohne Nutzen und ohne Hintergedanken. Es wird der Moment kommen, an dem sich dies auszahlt – und wenn nicht, hat man einfach geholfen. Auch ein gutes Gefühl.

Auf der herCAREER geht es vor allem um den fachlichen Austausch, der auf den persönlichen Erfahrungen und dem Wissen der Sparringspartnerinnen aufsetzt. Zu welchen Themen können Sie im Vorfeld / auf der Messe / im Nachgang als Austauschpartnerin fungieren – in Schlagworten?

  • Gründung
  • weibliche Gründer
  • Marketing & PR
  • Gründung mit Lebenspartner
  • Reisebranche

Gibt es Themen, zu denen Sie persönlich eine/n Sparringspartner/in suchen und einen fachlichen wie persönlichen Austausch weiterführen möchten? Dann benennen Sie uns Schlagworte für ihre Themen.

  • Skalierung
  • Investment / VC
  • Rechtliches und Steuern
  • Marketing & PR

Wie können oder möchten Sie kontaktiert werden?

XING
LinkedIn