Warum sich unter Wert verkaufen eine gefährliche Strategie ist

Wert und Wertempfinden

Nachdem sie eine erfolgreiche Karriere als Sportkletterin verwirklicht hatte, baute sich Bettina Buhr eine Karriere im Bereich Employer Branding, Recruiting, Kommunikation und Leadership Branding auf und ging als Expat für einen Global Player für 5 Jahre in die USA. Von dem Moment an, als sie in die Unternehmenswelt eintrat, gab sie als Mentorin an andere Frauen weiter, was für sie funktioniert hatte, um sich eine Karriere nach ihren Vorstellungen aufzubauen. Sie ist der festen Überzeugung, dass Frauen eine erfüllende und lohnende Karriere aufbauen können, indem sie ihre Karriereentwicklung selbst in die Hand nehmen, ihren einzigartigen Wert kommunizieren, und sich sowohl im Unternehmen als auch in sozialen Medien positionieren.

Tatsächlicher und empfunderer Wert beeinflussen unsere Erwartung zur Leistung einer Person. Doch wie kannst du deinen Wert für ein Unternehmen steigern und das Wertempfinden beeinflussen? Präsentiert von Bettina Buhr Consulting.

Dieses MeetUp ist Teil der Karriere-MeetUps bei der herCAREER 2018, Ort und Zeitpunkt finden Sie im Programm.

Wie definiert man seinen „Wert“? Was wäre dazu dein Top Tipp?

Der individuelle Wert setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen, den Ergebnissen, die man bisher für ein Unternehmen, die Gesellschaft, oder andere Menschen erbracht hat und den Benefits, die beschreiben, wie man diese Ergebnisse erreicht hat. Während die Ergebnisse, die man für ein Unternehmen auf einer bestimmten Stelle erreicht hat noch relativ ähnlich sein mögen für zwei verschiedene Personen, so ist der Weg wie sie diese Ergebnisse erreicht haben ganz individuell. Beispielsweise kann eine Person eher ein Einzelkämpfer sein und genauso bedeutendende und geschätzte Ergebnisse in einem Unternehmen erzielen, wie ein Nachfolger auf der gleichen Stelle, der sich leicht tut Menschen cross-functional zu motivieren und für eine Sache zu begeistern und auf diesem Weg ebenfalls bedeutende Ergebnisse für ein Unternehmen erzielt. Haufig suchen Unternehmen zwar jemanden, der bestimmte Grundvorraussetzungen an Ergebnissen und Hintergrund mitbringt, im Grunde suchen sie aber eine bestimmte Art Mensch, also Qualitäten von denen sie annehmen, dass diese notwendig sind um eine bestimmte Stelle zu einer bestimmten Zeit optimal auszufüllen.

Ich empfehle jeder meiner Klientinnen ihre bisherigen Ergebnisse, Erfahrungen und Benefits genau zu dokumentieren und somit auch Klarheit über die Entwicklung der eigenen Qualitäten zu haben. Ich habe ein Tool entwickelt, nachdem jemand seinen Wert genau anhand seiner bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen und Qualitäten bestimmen kann.

Ist der Wert definiert, wie nutze ich ihn jetzt sinnvoll, um mich richtig zu verkaufen?

Egal ob man sich in einem Jobinterview optimal verkaufen möchte oder sich unternehmensintern kontinuierlich als Experte oder als Führungskraft positionieren will, ist es hilfreich zu verstehen, wie es zu Kaufentscheidungen kommt. Das hilft uns auch zu verstehen, wie es zu Entscheidungen für eine bestimmte Person kommt:

  1. Menschen kaufen (Selbst-)Vertrauen.
    Menschen kaufen von Brands, denen sie vertrauen und kaufen von Individuen (Personal Brands), die sich selbst vertrauen. Wer seinen Wert genau bestimmt hat, wird einen enormen Schub in seinem Selbstvertrauen erleben, die Basis um sich gut zu verkaufen.
  2. Menschen kaufen von Brands und Individuen, die dieses Selbstvertrauen in ihrer Kommunikation ausstrahlen. Vertrauen, mit uns die richtige Entscheidung im Einstellungsprozess getroffen zu haben entsteht dadurch, dass wir unseren Wert kommunizieren und Kostproben unserer Expertise mit anderen teilen. Storytelling ist eine Muss um online und offline den eigenen Wert zu kommunzieren oder unternehmensintern von sich oder einer Idee zu begeistern.
  3. Menschen schätzen „Wertvolles“ mehr als „Kostenloses“. Menschen antizipieren eine höhere Leistung und damit eine höhere Zufriedenheit mit einem Produkt bei einem höheren Preis. Wer sich unter Wert verkauft, fördert unbewusst eine Fehlerwartung zur eigenen Leistung, die sich häufig später in Geringschätzung der eigenen Leistung ausdrückt. Hier hilft vielen zu verstehen, wie Verkaufsgespräche funktionieren und aufgebaut sind, bevor sie überhaupt in Verhandlungen mit einem potenziellen Arbeitgeber gehen. So kann man ein Jobinterview vom schweißtreibenden ausgefragt werden in ein Gespräch wenden, das man dazu nutzt einen potenziellen Arbeitgeber und eine konkrete Stelle für sich zu qualifizieren.

Welche Maßnahmen empfiehlst du, wenn Frauen es nicht schaffen, sich „wertgerecht“ zu positionieren?

Die Anwort auf diese Frage kann man nur ganz individuell für jede einzelne Person beantworten. Für viele Frauen lohnt es sich, sich die eigenen oft unbewussten Glaubenssätze bewusst zu machen, um Selbstsabotage auf den Grund zu gehen.

Selbstsabotage ist ein wesentlicher Grund warum sich viele Frauen, aber auch Männer, unter Wert verkaufen.

Einer der Gender Bias Patterns ist, dass Frauen unbewusst auf ihren zurückliegenden Leistungen bewertet werden, Männer dagegen auf ihrem Potential. Für Frauen ist es daher besonders wichtig nicht nur ihren Wert zu bestimmen auf Basis der Vergangenheit, sondern sich insbesondere über ihr Potenzial klar zu werden und das konkret zu verkaufen.

Übung ist das nächste. Mittlerweile gibt es einige Frauen, die sich wirklich top auf ein Interview vorbereiten. Hat man den Job, ist es wichtig, sich von Anfang an mit Standing, Expertise und Selbstvertrauen zu positionieren, so dass andere gleich Vertrauen in die eigene Person aufbauen können. Sich genauso auf die Positionierung im Job vorzubereiten ist meiner Ansicht nach eines der wichtigsten Dinge gerade für Frauen, um Gender Bias Patterns gleich von Anfang an den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn es ist deutlich schwerer aus einer Schublade, in die uns andere stecken wieder herauszukommen, als deutlich zu kommunizieren wer wir sind, wofür wir stehen und wie wir an Dinge herangehen.

Auch die Situation anzuschauen, in der man sich befindet, ist notwendig, gerade wenn man sich intern stärker positionieren will. Befindet man sich in einem wertschätzenden und unterstützenden Umfeld? Wenn nicht, wo im Unternehmen könnte man das bekommen? Was konkret kann man selbst tun um die Situation zu verbessern? Was konkret trägt man selbst dazu bei, dass man nicht wertgeschätzt wird? Sich selbst wertschätzen heißt auch die Grenzen ganz deutlich zu ziehen, wenn es notwendig ist und auch mal mutig den Arbeitgeber zu wechseln.

Auf der herCAREER geht es vor allem um den fachlichen Austausch, der auf den persönlichen Erfahrungen und dem Wissen der Sparringspartnerinnen aufsetzt. Zu welchen Themen können Sie im Vorfeld / auf der Messe / im Nachgang als Austauschpartnerin fungieren – in Schlagworten?

  • Personal Branding im Job
  • Leadership Branding#
  • Personal Branding unternehmensintern
  • Aufbau einer Personal Brand in Social Media
  • Personal Branding für Business Owner
  • Coaching Englisch oder Deutsch

Gibt es Themen, zu denen Sie persönlich eine/n Sparringspartner/in suchen und einen fachlichen wie persönlichen Austausch weiterführen möchten? Dann benennen Sie uns Schlagworte für ihre Themen.

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